"Chroma key", eine Rauminstallation der Künstlerin Regine Schumann
mit neuartigen fluoreszierenden Teppichflächen von Carpet Concept im stilwerk Düsseldorf.


PRESSEMITTEILUNG



Der gesamte Ausstellungsraum von 340 qm scheint sich durch die Schwarzlichtbeleuchtung in eine einzige blue box, auch chroma key genannt, zu verwandeln, aus dem die Objekte quasi ortlos herausgelöst werden können; die kreisrunden Bodenflächen scheinen zu schweben und laden zu einem ungewöhnlich leuchtenden Farbraumerlebnis ein.
Die Künstlerin hatte bereits in ihrer letzten Ausstellung die Bedeutung des Kreises als perfekter geometrischer Körper und Sinnbild für das Kontinuum von Zeit in westlicher Metaphysik, wie auch seine komplementäre Signifikation von Fülle/Leere und Kreation/Zerstörung in asiatischen Traditionen auf das Objekt der Scheibe übertragen. Diese Scheiben wurden auf ihrer Oberseite mit Lumiluxpigmenten bedruckt, auf ihrer Unterseite mit Rollen versehen, und dann auf den Boden eines Raumes ausgesetzt. In Schwarzlicht getaucht trieben diese 50 gleichformatigen "Nachtschwärmer" wie "shining islands" über eine imaginäre schwarz-blaue See, wo sie als poppig-leuchtende Variablen ohne Bezug zu einem "Kontinent" und kulturelle Einbindung in einem künstlich globalen Weltmeer unbeirrbar weiterleuchteten. Vielleicht verkörpern diese "Nachtschwärmer" als "shining islands" das Ideal des entrückten, für uns nur selten erfahrbaren Reichtums von Natur, Licht und Farben der historisch und künstlerisch romantisierten Südseeinseln, oder verbildlichen den Blick in den Weltraum mit seiner unverständlich beständigen und mit Licht durchzogenen Dunkelheit.
Diesen Aspekt des Unerreichbaren und Transzendenten kehrt Schumann jedoch auf unsentimentale Art und Weise in ihrem neuesten Projekt um, indem sie diese fernen Farbzonen in der Form fluoreszierender Teppichinseln im Alltag in einen persönlichen Lebensraum hinüberträgt. Mit der Ausstellung "Chroma Key" wird Schumanns Welt wortwörtlich begehbar und zu einer gemeinsamen Erfahrung - eine erneute Annäherung an die komplexe individuelle künstlerische Sicht.
Wie bereits in vorherigen Ausstellungen ist auffallend, dass Schumanns Kunst nicht abbildet, sondern mit Licht, Fasern und Gefühlen durchwirkt ist. Schumanns Arbeiten verunsichern durch ihren nicht verhaftenden und ebenso wenig darstellenden Blick. Mit ihrem Auge für Farbe, Formate, Umrisse, Motorik und Texturen bleiben ihre Raumbilder prinzipiell "leer" und sind nicht im klassischen Sinne analysierbar, verfügbar oder erwerbbar. Information wird alternativ als Licht vermittelt, eine Eingliederung physischer Körper in die Strukturen und Signale unserer Vergangenheit und Gegenwart, die von der Künstlerin anders gesehen und weitervermittelt werden. Schumanns Lichter suchen genauso wie sie zeigen. Sie sind mehr Fragen als Feststellungen. Produktion und Rezeption bleiben transparent und ohne Ende. Als solche stellen Schumanns Ausstellungen eine Herausforderung an die verschiedenen Ebenen von temporaler, räumlicher und metaphorischer Wahrnehmung dar, was wiederum eine Atmosphäre von Beteiligung, wenn nicht sogar Menschlichkeit, zur Folge hat. Das Ergebnis ist ein ungewöhnliches und nachdenklich stimmendes Kunsterlebnis, das weder dem Wunsch des Besuchers nach augenblicklicher Verfügbarkeit noch dessen Ablauf innerhalb geläufiger Galerie- oder Geschäftszeiten nachkommt: Light Art in Difficult Space.

Aus: Light Art in difficult Space, von Isabel Seliger, New York 2002

Vernissage am 22.März 2002 um 19.00Uhr Ausstellungsdauer: 23.3.2002 bis 21.4.2002
Die Ausstellung wird unterstützt von CARPET CONCEPT, stilwerk , Raumakzente Düsseldorf
Kontakt: fon stilwerk: 0211-86228-100 www.stilwerk.de oder: regine_schumann@hotmail.com